Viele Unternehmen setzen auf E-Mail-Marketing. Es werden regelmäßig E-Newsletter versendet, die Ergebnisse werden mehr oder weniger getrackt. Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen werden mal gezogen, mal nicht gezogen. Unser Einblick in die E-Commerce-Aktivitäten der verschiedenen Branchen lassen einen Schluss zu: E-Mail-Marketing wird zwar genutzt, aber ausgeschöpft ist das Potenzial noch lange nicht.

Woran kann man den Eindruck fest machen?

  1. Es liegen keine klaren Ziele und Nutzungsanforderungen vor.
  2. Die Auswahl von E-Mail-Marketing-Tools wird oft leichtfertig als Praktikanten-Aufgabe definiert. E-Mail-Tools sind ja günstiger als „große“ CRM- oder Kampagnen-Management-Systeme.
  3. Die Kosten einer E-Mail-Tool-Anschaffung werden leider unterschätzt, weil es keine hohen Erst-Anschaffungskosten sind. Bei einer Integration vergisst man schnell die eigenen CRM- und IT-Kosten. (Stichworte: Vollkosten-Rechnung oder TCO)
  4. CRM-und Kampagnen-Tools sind mit den E-Mail-Marketing-Tools nicht voll integriert.
    1. Eine Selektion von Adressen wird vor dem Einspielen in das E-Mail-Tool noch manuell nachbearbeitet, anstatt eine direkte, bi-direktionale Schnittstelle aufzubauen.
    2. Die Reponsedaten werden dem CRM nicht zur Verfügung gestellt, sondern bleiben im E-Mail-Tool.
  5. Die Möglichkeiten der Individualisierung und Personalisierung werden nur rudimentär ausgeschöpft, weil meist nicht viele Kunden-Daten im E-Mail-System vorliegen.
  6. Viele Templates sind nur für den Desktop-/Laptop-Browser optimiert. Templates mit Responsive Design für den mobilen Konsum sind nicht sauber ausgearbeitet oder der Anbieter ist hier noch nicht technisch auf dem Status Quo angelangt.
  7. Anlassbezogene Aussendungen – sogenannte Trigger-Mails – werden selten eingesetzt. Wenn doch, dann nur mit wenig ansprechenden, verkäuferisch langweiligen Templates. Und getestet wird noch weniger wie beim Newsletter.
  8. Und meist sind die News keine News, sondern Informationen. Also sollte man auch den Namen des Produkts anpassen (Stichwort: exklusiver Kundenbrief, Produktneuheit, Messe-Nachbericht …)

So nun genug geschimpft. Wie kann man die Situation verbessern?

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